
Die Neugier trieb uns dem Zelt. Wie wird das Wetter heute sein? Wird es regnen? Wie sind die Temperaturen? Die kühle Luft ist auszuhalten. Jetzt starten wir erst mal den Brenner, um uns eine schöne heiße Tasse Kaffee zu brühen.

Unsere Laufzeit und Pausenzeit teilten wir 4:1 auf, also 45 min laufen und 15 min pausieren. Genau zur Pause hielten wir an diesem riesigen See. Die Wasseroberfläche ist glatt wie ein Spiegel. Es weht kein Wind. Die Sonne brennt auf uns herab. Es ist unglaublich warm. So warm habe ich mir Grönland nicht vorgestellt.

Aus den Reiseführern erfuhren wir, die Steinmänchen werden uns die ganze Strecke über begleiten. Zur Sicherheit sind wir jedoch mit eigener Karte und GPS ausgestattet. Es sollte eigentlich nichts schief gehen und dass wir uns womöglich noch verlaufen werden.

Am Arctic Circle Trail haben sich Jäger eine Bleibe aus einem alten Wohnwagen errichtet. Es ist ein interessantes Motiv für Fotografen. Zur Not, bei starkem Unwetter, dürfen Wanderer die Hütte nutzen. Sie ist jedoch keine offizielle Unterkunft für Wanderer auf dem Trail.

Um die Hütte kann das Gebiet sehr matschig werden. Die Gegend ist zu unserer Zeit absolut trocken. Rissen im Boden lassen uns wissen, dass wir nicht mit Matsch oder Sümpfen rechnen müssen. Das ist sehr gut, denn so kommen wir unbeschwert auf dem Trail entlang. Der Rucksack drückt.

Ich bin immer wieder fasziniert, wie weit sich die Landschaft erstreckt. Nirgends sehe ich weitere Menschen oder Tiere. Wir hörten von Schneehasen und Moschusochsen. Bis jetzt haben wir der Schneehase noch Moschusochsen gesehen.

Berge, Seen und kniehohes Gestrüpp wechseln sich ab. Der Wind weht zur Mittagszeit nun gar nicht mehr. Es ist brütend warm. Ich lasse eine dünne Softshell-Jacke als Lichtschutz an. Am liebsten würde ich wieder im T-Shirt laufen wollen.

Die Steinmänchen am Wegesrand haben etwas beruhigendes an sich. Durch ihr Dasein teilen sie uns mit, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die 15 min Pause haben begonnen. Ich lehne mich an einen Stein und genieße die Weitsicht. Mittlerweile habe ich mich an das Gewicht des Rucksackes gewöhnt. Es drückt nicht mehr so, wie es zum Anfang der Tour war.

An diesem See endet unsere Tour für heute. Die Akkus lädt unser Solarmodul auf. Der Sonnenstand und die Neigung des Zeltes sind perfekt für den größtmöglichen Wirkungsgrad unserer mobilen Energieversorgung. Gleich gibt es wieder „Gourmet-Essen“ aus der Tüte. 🙂
Link zur Etappe
- Etappe 01 – Es geht los! Start in Kangerlussuaq
- Etappe 02 – Ostufer des Quarlissuit
- Etappe 03 – Ostufer des Quarlissuit – Landzunge am Amitsorsuaq
- Etappe 04 – Landzunge am Amitsorsuaq – Kanucenter
- Etappe 05 – Kanucenter – Halbinsel am Kangerluatsiarsuaq
- Etappe 06 – Halbinsel am Kangerluatsiarsuaq – Flussufer des Ole’s Lakseelv
- Etappe 07 – Flussufer des Ole’s Lakseelv – Westufer des See’s bei km: 150
- Etappe 08 – Westufer des See’s bei km: 150 – Hütte Innajuattoq II
- Etappe 09 – Hütte Innajuattoq II – Hütte Nerumaq
- Etappe 10 – Hütte Nerumaq – Hütte am Fjörd Kangerluarsuk Tulleq
- Etappe 11 – Hütte am Fjörd Kangerluarsuk Tulleq – Sisimiut
