Reiseapotheke Backpacking

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Unter freiem Himmel wandern, die Landschaft genießen und die Umgebung erleben, sind vermutlich die Hauptgründe, warum es die Wanderer auf Tour treibt. Doch wie oft hatte der eine oder andere Wander Glück und wieder ist er einer Verletzung gerade nochmal entkommen?

Man hofft, dass man es nie benötigt und doch ist dieses Päkchen immer bei sich zu tragen! Die Rede ist vom Erste-Hilfe-Set.

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In einem zurückliegedem Thema schilderten wir bereits die medizinische Versorgung in Grönland. Um so mehr sollte man sich für die Reise nach Grönland vorbereiten.

Eine leichte Minimalversorgung sollte jeder Wanderer dabei haben. Nach einem Ausrutscher oder einer riesigen Blase am Fuß geht der Blick in den Rucksack, bis man merkt, dass etwas Wesentliches fehlt, eine Reiseapotheke.

Wer es sich einfach machen möchte, kauft sich ein Basis-Set. Ohne Werbung machen zu wollen, empfiehlt sich das “First Aid Basic Set” von Tatonka.

Inhalt Tantonka – First Aid Basic:

  • ein Verbandpäckchen mittel mit Kompresse nichthaftend
  • zwei sterile Wundverbände 10 x 6cm,
  • ein Leukoplast© Rollenpflaster 5m x 1,25cm
  • fünf Pflasterstrips 7,2 x 2,5cm
  • ein Paar Vinyl-Handschuhe
  • eine Rettungsdecke 160 x 210cm
  • ein Erste-Hilfe-Outdoor-„Spickzettel“
  • eine Checkliste
  • Maße: 18 x 12,5 x 5,5cm
  • Gewicht: 230g |
  • Material: 420 HD Nylon
  • Farbe: rot

Wir wollen jedoch kein weiteres Set unter die Lupe nehmen. Wir erstellen uns eine eigene Reiseapotheke. Dabei sollen uns die Materialien helfen, die sich bereits im Haushalt befinden. Folgende Dinge sind für die Zusammenstellung bereits hilfreich:

  • Ein wasserdichter Sack
  • Ausgemusterte KFZ-Verbandsmaterialien
  • Haushaltsapotheke

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Unsere Rucksackapotheke soll aus folgenden Gegenständen bestehen:

  • Ein Verbandspäckchen (mit nichthaftenden Kompressen)
  • Ein großes Wundpflaster
  • Pflastersortiment mit unterschiedlichen Größen
  • Blasenpflaster (z.Bsp.: Compeed)
  • Eine Wundkompresse 10×10 cm
  • Zwei sterile Wundverbände 10×8 cm
  • Ein Dreieckstuch
  • Eine Rolle Leukoplast oder Tape
  • Pinzette
  • Einmalhandschuhe
  • Rettungsdecke
  • Schmerzmittel: Paracetamol, Ibuprofen in Tablettenform
  • Magnesium in Tablettenform
  • Bei wunden Stellen: Bepanthensalbe oder Vaseline
  • Durchfallmittel
  • Mittel gegen Übelkeit
  • Desinfektionst-Pads
  • Fixierbinde, klein
  • Fixierbinde, groß

 

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Überflüssiges Verpackungsmaterial entfernt.

Die fertige Reiseapotheke.

Verletzungen


Hilfe! Ich bin verletzt! Was kann ich tun?!

Die häufigsten Verletzungen auf einer Wandertour sind vermutlich Blasen, Abschürfungen oder Schnitte. Hinzu kommen noch die Folgen nach Stolpern, Ausrutschen oder Stürzen.

Tipps aus eigenen Erfahrung schreiben wir auf und wenn jemand weitere Tipps auf Lager hat, dann bitte gern als Kommentar im Beitrag!

Mit dem Fuß umgeknickt

Nach dem Umknicken sind oft die Bänder am Fußknöchel überdehnt. Hier wenden wir die PECH-Regel an:

  • Pause
  • Eis (=Kühlung)
  • Compression
  • Hochlegen

 

Blasen am Fuß

Hat die Socke ihren Dienst im Wanderschu versagt, bilden sich Blasen am Fuß. Dies ist ärgerlich jedoch kein Drama.

Aushilfe sorgt ein Blasenpflaster. Es liegt flächendeckend über die offene Stelle und verhindert ein weiteres Reiben auf der Haut. Das Blasenpflaster in verschiedenen Größen muss Bestandteil der Rucksackapotheke sein.

Abends ist die Blase trocken zu halten. Wenn möglich Socke ausziehen und die Blase im wunden Bereich trocknen lassen.

Ist kein Blasenpflaster vorhanden, trägt man vor dem nächsten Fußmarsch Vaseline großflächig auf und deckt die Blase mit einem Stück Wundverband ab. Darüber wird die Socke wie gehabt angezogen. Die Vaseline lindert den Schmerz beim Laufen und der Wundverband verhindert gut das Eindringen neuer Fremdkörper in die wunde Haut im Bereich der Blase.

Kennt jemand weitere Hausmittel?

 

Schürfwunden

Wie schnell kann es passieren? Beim Wandern ausgerutscht, gestolpert oder gefallen und sich dadurch eine Schürfwunde zugezogen.

In einer zivilen Umgebung ist eine Schürfwunde vielleicht nicht Besorgniserregend, aber doch eher in der freien Natur. Eine nicht behandelte Wunde kann zu Entzündungen führen bis hin zum Fieber. Bei einer Wanderung ist Fieber fast einem Komplettausfall gleichzusetzen. Darum die Devise: Schürfwunden sofort und richtig behandeln!

Hat man sich eine Schürfwunde zugezogen, ist diese sofort mit klarem Wasser zu reinigen. Da ein Wanderer immer ausreichend Wasser mit sich trägt, sollte das Wasser zum Spülen der Wunde vorhanden sein. In der Reiseapotheke befindet sich ein mit Desinfektionsmittel getränktes Pad. Die Wunde wird sorgfältig mit dem Pad anschließend gereinigt.

Ist die Oberhaut verletzt, blutet die Wunde nicht. Der Wundschmerz sorgt im Körper für die entsprechende Warnung, in diesem Bereich der Haut Vorsicht walten zu lassen. Ich persönlich lasse bei kleinen Wunden an der Luft trocknen.

Blutet die Wunde, ist die Schürfwunde tiefer als üblich. Es können Keime eindringen. Wird die Wunde verunreinigt, kann sie eitern. Auf dem Arctic Circle Trail ohne professionelle medizinische Versorgung, kann dies wirklich unschön werden. Bei tiefen Wunden ist diese mit viel Wasser zu reinigen und anschließend zu desinfizieren.

Mit einem sterilen Verband wird die Wunde abgedeckt. Der Verband sorgt dafür, dass die Wunde durch das Wundwasser feucht bleibt und somit die Wunde gespült wird. Auch dieser Verband ist in der Reiseapotheke zu finden! Viele Fachleute raten jetzt zum Arzt zu gehen. Es gestaltet sich als schwierig, wenn sich der Unfall genau in der Mitte des Arctic Circle Trails zugetragen hatte. Dann geht es jeweils 90 km in die eine oder andere Richtung zurück zur Zivilisation.

Im Übrigen wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, also zu Hause, zu prüfen, wie es mit den letzten Impfungen steht. Wie ist denn der aktuelle Impfschutz? Wie lange ist denn die letzte Tetanus-Impfung her?

Bei wem beginnt jetzt die Suche nach dem Impfausweis?

1 Kommentar

  1. Danke für die wertvollen Hinweise!
    Ergänzend würde ich die Mitnahme einer sogannnten Weberschere empfehlen. Manchmal sind in den käuflichen Verbandssets Scheren enthalten, aber nach meiner Erfahrung sind die äußerst billig gemacht und taugen garnichts. Weberscheren sind relativ klein, spitz, superscharf und sie haben – vorausgesetzt, man erwische das richtige Fabrikat – relativ große „Augen“ (die Ringe für die Finger), so dass man sie auch mit steifen Fingern oder bei Nervosität gut benutzen kann.

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