Sackkanal

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Sack-Kanal in Heringsdorf

 

Sackkanal

Auf der Informationstafel ist folgender Text zu lesen:

Sie befinden sich an der Mündung des Sack-Kanals. Bauinitiator und Namensgeber Johann August Sack war von 1816 bis 1831 Oberpräsident der neu geschaffenen preußischen Provinz Pommern. Der Kanal verbindet seit 1818 den Gothensee mit der Ostsee und gehört zum notwendigen Regulierungssystem des Thurbruchs. Bei zu hoher Vernässung wird das Wasser des Bruchs in den Gothensee und von dort durch den Kanals ins Meer abgeleitet. Die Wasserfärbung verursachen natürliche Torfschwebestoffe. Sie beeinträchtigen nicht die Badewasserqualität.

Am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 8.000 Jahren hinterließen die abgeschmolzenen Gletscher im Osten des Archipels Usedom Geschiebemergelberge, Hügelzangen, Granitgestein, Toteislöcher, Seen und ein Schmelzwassersammelbecken. Dessen Wassereinzugsgebiet betrug 50 km2. Im Verlauf der folgenden Jahrtausende entwickelte sich daraus ein Niederungsmoor (1.800 ha). Die Slawen nannten es „Thurbruch“ (Auerochsensumpf). Überschüssiges Wasser sammelte sich in Randsenken, später bezeichnet als Kachliner See und Gothensee. Das Abflussgewässer des Gothensees mündete in einem seeseitigen flachen Ausströmdelta, welches allmählich verlandete. Erhalten blieben davon die Parchenwiesen und der Aalbach (Beek). An der Bachmündung entstand ab 1700 das Strandfischerdorf Ahlbeck.

Die dringend erforderliche Schaffung landwirtschaftlicher Nutzflächen in der Oder- und Wartheregionen Preußens veranlassten König Friedrich II. ab 1772 auf Vorschlag des Geheimen Finanz-, Kriegs- und Domänenrates Franz Balthasar Schönberg von Brenkenhoff, auch Meliorationsmaßnahmen im Thurbruch einzuleiten. Das beinhaltete die Anlage zahlreicher Kanäle, Gräben, Wehre und Dämme entsprechend des natürlichen Wasserverlaufs, wobei der im 18. Jahrhundert noch bis zu 80 Meter breiten Beek besondere Bedeutung zukam. Die Umsetzung des gewaltigen Vorhabens zog im bevölkerungsarmen Pommern die Ansiedlung von auswärtigen Kolonisten nach sich. Sie wurden im eigens gegründeten Dorf Ulrichshort sowie in Ahlbeck, königlichen Anteils, angesiedelt. Alle Bemühungen zeigten jedoch aufgrund des damaligen Technikstandes und wegen nicht kalkulierbarer Niederschlagsmengen nur mäßigen Erfolg.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts müssten alle betroffenen Landbesitzer die Entwässerung des Bruchs wegen der versandeten Ahlbecker Beekmündung neu überdenken. Das forderten vehement auch die in den Thurbruchdörfern ansässigen Bauern. Zudem sollte in den größeren Mengen das begehrte Heizmaterial Torf gestochen werden. Der Plan sah vor, die Wasserauslaufmenge des Gothensees mittels eines bis in die Ostsee reichenden Kanals wesentlich zu steigern. Der Kanalbau, maßgeblich unterstützt von August Sack sowie durch den Oberforstmeister Bernhard von Bülow auf Gothen, würde 1818 vollendet.

Neue Anforderungen stellte die sich im wilhelminischen Deutschland herausbildende Güterwirtschaft. Der Wiesen- und Torfbedarf im Thurbruch nahm stetig zu. Sichtbare Fortschritte der Moorkultivierung ermöglichten ab den 1920 Jahren die Anwendung von Schöpferwerken, anfänglich noch unter zu Hilfenahme von Windrädern, und ab 1935 durch personellen Masseneinsatz des Reichs-Arbeits-Dienstes (RAD).

Die komplexe Nutzung des Bruchs als einheitliche, wassertechnisch beherrschbare Grünlandgroßfläche bei gleichzeitiger Verbesserung der dortigen Lebensverhältnisse realisierte erst das „Meliorationsprojekt Thurbruch“ (1957-1968). Obwohl von Naturschützern bis heute aufgrund der Dimensionen umstritten, blieben seitdem Korswandt, Ulrichshorst, Katschow, Kachlin, Reetzow, Labömitz, Alt Sallenthin, Bansin (Dorf), Gothen und das Seebad Ahlbeck in Regenjahren vom Wasser des Thurbruchs verschont. (DG/13)

Quelle: Inforamtionsschild der KAISER-BÄDER

 

Der Sack-Kanal ist ein Wassergraben der am Gothensee beginnt und in die Ostsee fließt.

Kanal

Es ist ein angelegter Kanal von 1,6 km Länge und diente in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Vorfluter zur Regulierung des Wasserstandes von Gothensee und Thurbruch.

Kanal_Lang

Der Sackkanal wurde sogar in einer dramatisch beschriebenen Szene im Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane auf den Seien 275 bis 276 erwähnt.

Sack_Hering

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