Warum sollte man sich Tools für das Lightpainting selbst bauen? Es gibt doch eine große Auswahl, die weltweit erhältlich ist. Der Markt ist zwar klein, aber vorhanden.
Sicherlich kann sich jeder dafür entscheiden, die Geräte im Internet zu kaufen. Manchmal reicht das Budget dafür jedoch nicht aus. Oder die Ansprüche an das Tool sind so speziell, dass sich kein Hersteller dafür findet. Es bleibt also nur eine Alternative: selber bauen oder bauen lassen!
In diesem Artikel beschreiben wir, wie man ein Lichtschwert selbst herstellt. Nach ein paar Stunden Arbeit hält man ein tolles Tool in den Händen. Es ist vielseitig einsetzbar, lässt sich leicht transportieren und ist kostengünstig.
Das folgende Bild zeigt das Rad, umgeben von kleinen Sternen. Um dieses Rad zu erzeugen, benötigt man genau dieses Lichtschwert.

Die Werkzeugliste
Folgende Werkzeuge werden für den Bau des Tools benötigt:
- Säge (für Plastik)
- Seitenschneider
- Cutter-Messer
- Heißklebepistole
- Lötkolben, Lötzinn
- Absaugpumpe für Lötzinn
- Mess- oder Prüfgerät
- Optional: Abisolierzange
Die Materialliste
Einige Elelemnte aus dieser Liste müssen sicher noch eingekauft werden. Es lohnt sich im regionalen Baumarkt die Sanitärabteilung aufzusuchen. Die Sanitärabteilung ist das Shoppingparadies für den Toolbau.
- ca. 1 m Leitung, einadrig, isoliert
- 1x Controller SP10E
- 70 – 80 cm LED-Streifen
- 1x USB-Kabel
- 2x Wippschalter
- 1x Taster, Öffner
- 1x HT Rohr DN 50, Länge 30 cm
- 1x HT Muffenstopfen DN 50
- 1 Stange, Heißkleber (Schmelzklebstoff)
- 2m Kabelkanal, grau, 12×12 mm
- 1x USB-Akkupack (5000mA, schlanke Bauform)
- Isolierband
- Panzertape
- 2 M4-Muttern
- 2 M4x15-Schrauben
- 2 Scheiben für M4 (4,2 mm)
Den Controller umbauen
Der Controller hat im Auslieferzustand ein Gehäuse, welches im HT-Rohr zu viel Platz wegnimmt. Hier hilft ein einfacher Umbau.

Anschlussbelegung vom Controller SP10E
Die PIN-Belegung befindet sich auf der Unterseite der Platine. Da wir die Platine mit Heißkleber auf der Bodenplatte fixierten, können wir die Belegung jetzt nicht mehr ablesen.
Aus diesem Grund hier eine Übersicht aller notwendigen Belegungen.

Wer es sich zutraut kann die Buchse neben (5) und (6) auslöten. Es nimmt nur Platz weg. Für das Lightpainting-Tool wird diese Buchse nicht verwendet.
LED-Streifen umbauen

Im Auslieferzustand befindet sich am Ende des LED-Streifens ein Kabel mit einer Kupplung. Wer dieses vorgefertigte Kabel verwendet, kann diesen Teil der Anleitung hier überspringen.
Es ist jedoch nicht zu empfehlen!
In vielen Fällen waren die Adern immer zu kurz!

Nun muss ein LED-Streifen ohne vorkonfektionierte Anschlussleitung für den Anschluss an den Controller vorbereitet werden.
Hierzu sind Heißkleber, drei Leitungen und etwas Lötarbeit erforderlich. Sind mehrfarbige Adern vorhanden, werden diese vorrangig verwendet. So lässt sich die Belegung der einzelnen Adern besser unterscheiden.

Schneiden Sie den LED-Streifen entsprechend zu, um eine maximale Fläche der Anschlussfahnen (a) zu erhalten. Verzichten Sie lieber auf ein LED-Segment, als dass die Adern nach dem Anlöten nicht gut halten.
USB-Stecker für den Controller
Damit ein Akkupack an den Controller angeschlossen werden kann, muss dieser entsprechend vorbereitet sein. Hierzu kann ein ausgedientes USB-Kabel mit einem USB-A-Stecker verwendet werden. Die Adern für VCC (5 V+) und GND (0 V) werden mithilfe eines Mess- oder Prüfgeräts ermittelt. Die beiden Enden der Adern werden abisoliert und mit Lötzinn bestrichen, um ein Aufdröseln der Einzeladern zu vermeiden. Die zwei verbleibenden (Daten-)Adern werden mit Isolierband gesichert. Sie werden nicht benötigt.

1. Funktionstest

Es wird eine provisorische Testschaltung aufgebaut, um die LED-Streifen und den Akkupack zu testen. Die LED-Streifen werden gemäß Belegungsplan an den Controller SP10E angeschlossen: VCC an VCC, DAT an DAT und GND an GND. Der Anschluss „CLK” bleibt frei. Der Controller lässt sich über eine App betreiben und konfigurieren, die für die Betriebssysteme iOS und Android verfügbar ist. Funktionstest, i. O.? Ok! Dann weiter!
Taster, Schalter und die Verdrahtung

Funktionsweise:
Der Schalter S1 ist der Hauptschalter dieses Tools. Er schaltet die Stromversorgung an oder aus. Gute Akkupacks erkennen das Einschalten und starten gleichzeitig ihre Spannungsversorgung.
Der Schalter S2 kann das Lauflicht nach Wunsch unterbrechen. Oft bleibt der Schalter jedoch eingeschaltet.
Der Taster S3 kann bei Drücken kurzzeitig die Spannungsversorgung der LED-Streifen unterbrechen. Hilfreich für bestimmte Formen beim Lightpainten.

Montage der Bedienelemente in das HT-Rohr
Die Größe der Löcher ist von den einzusetzenden Kippschaltern und Tastern abhängig. Prüfen Sie unbedingt vor dem Einbringen der Löcher in das HT-Rohr auch die Tiefe der Taster. Bei einer kreisrunden Anordnung könnten die Schalter und der Taster in der Mitte des Rohres kollidieren. Bei der Ermittlung der Tiefe sind auch die noch anzubringenden Kabel an den Tastern zu berücksichtigen. Auch die Leitungen benötigen Platz im Rohr.

Viereckige Löcher im HT-Rohr lassen sich gut durch eng aneinanderliegende Bohrungen herausarbeiten. Mit dem Cutter-Messer schneidet man sich von Bohrung zu Bohrung. Anschließend schnitzt man mit dem Cutter das Viereck auf die passende Größe des Schalters.
Hier ein Tipp, wie sich die Löcher mittels einem Bohrer herstellen lassen:

- Schritt: Die Innenfläche mit einem kleinen Bohrer am Rand perforieren, siehe Skizze.
- Schritt: Mit einem Cutter-Messer entlang des Rahmens entlangschneiden. Bei bedarf den Ausschnitt mit dem Cutter-Messer vergrößern durch schnitzen.
Anordnung der Bedienelemente
Die Anordnung der Bedienelemente (siehe Bild) ist für Rechtshänder optimal. Der Hauptschalter „S1“ lässt sich mit dem Daumen einschalten. Das danach meist benutzte Bedienelement ist der Taster „S3“. Er unterbricht beim Drücken das Licht, ohne dass das Lichtspiel durch den Controller zurückgesetzt wird. Bei gleichem Griff erreicht man den Taster „S3” bequem mit dem Zeigefinger. Der Schalter „S2“ ist aus meiner Sicht das am seltensten benutzte Bedienelement. Während des Lightpaintens stoppe ich die Animation eigentlich nicht.

Hinweis!
Achten Sie vor der Montage der drei Bedienelemente auf die Anordnung im Rohr! Die Bedienelemente dürfen sich nach dem Einsetzen in ihrer Tiefe nicht berühren. Andernfalls kann es zu ungewollten elektrischen Kontakten kommen oder die Leitungen lassen sich aufgrund von Platzmangel nicht mehr an die Bedienelemente löten.
Ein RTFM-Muffenstopfen
Einige kennen die Abkürzung „RTFM”? Sie bedeutet „Read the fucking manual!“ (Lies das verdammte Handbuch!). Was hat es mit dem Deckel (Muffenstopfen) auf sich? Der Controller ist über eine App zu bedienen. Doch wie hieß noch gleich die App? Wie heißt die App bei Android oder iOS? Hier hilft ein aus der Verpackung des Controllers zugeschnittener Schnipsel mit dem QR-Code zum Download der App im Google Play Store und im Apple Store. Und wo lässt er sich besser verstauen als im Deckel des Tools? Der Link zum Download der App ist somit immer dabei. Der QR-Code-Streifen lässt sich mit einem zugeschnittenen Schaschlik-Spieß und etwas Klebeband fixieren.

Die LED-Streifen befestigen
Der Kabelkanal muss im Rohr befestigt werden. Dazu benötigen wir eine Schraubverbindung. Diese lässt sich bei späteren Modernisierungen besser lösen. Die Mutter wird im Rohr jedoch so gut wie gar nicht zugänglich sein. Damit sie ihren Zweck erfüllen kann, befestigen wir die Mutter im Kabelkanal mit Heißkleber.
Um die LED-Streifen besser zu fixieren, kleben wir das Ende des Streifens mit Heißkleber fest.

Die Endmontage
Akkupack, Bedienelemente, Controller und LED-Leiste werden gemäß dem oben gezeigten Stromlaufplan angeschlossen. Der Controller und der Akkupack werden nicht weiter im Rohrer fixiert. Der Akkupack muss austauschbar sein. Sollten die Bauteile im Rohr klappern, hilft etwas Schaumstoff, um das Klappern zu verhindern.

Einige Lagen Panzertape sorgen für einen guten Abschluss am Kopfende des Rohres. Technisch ist es nicht notwendig, aber sieht besser aus. Viel Spaß mit dem Tool!
Wer sich ein weiteres Tool für das Lightpainting bauen möchte, nutzt die Bauanleitung für die Kaltlichtkathode.
