Lightpainting Festival Grabowsee LPF2021

#BULBfiction, wie es Insider aus der Szene nennen oder übersetzt: „Die Kunst mit Licht zu malen in einer Langzeitbelichtung“ war dieses Jahr wieder Programm. Das große Lightpainting Meet-Up und Workshop-Wochenende fand im Jahr 2021 Ende August statt. ZOLAQ, ein professioneller Lightpainter organisierte zusammen mit seinem Team erneut dieses großartige Event. 

Ich war wieder dabei. Jeder Interessierte durfte bei dem Kartenkauf nicht trödeln. Innerhalb kürzester Zeit gab es keine Karten mehr. Nach Angaben von ZOLAQ vergingen neun Minuten von der Zeit der Freischaltung bis zur letzten Karte. Unglaublich! Damit ist sein Meet-Up-Wochenende 2021 das am schnellsten verkaufte Event aus seiner Reihe. 

Auch bekannte Gesichter traf ich dieses Jahr wieder. Jonas und Tobias gehörten zu den glücklichen Teilnehmern, die eine Karte erwerben konnten. Wir drei bildeten ein Team, nach dem Motto „Lightpainting is #BULBfiction“. Jonas, Tobias und ich sammelten in der Vergangenheit unterschiedlichste Erfahrungen im Bereich Lightpainting. Und das machte dieses Team so besonders. Denn jeden von uns viel eine Sache besonders leicht. So konnten wir uns gegenseitig Tipps und Tricks zeigen, um Figuren mit unseren Tools effektiver oder sauberer zu zeichnen. 

ZOLAQ hat erstmals das Meet-Up-Wochenende um eine Nacht verlängert. Das nahm für uns den Stress in den Nächten raus. So kamen wir zwischen den nächtlichen Aktivitäten auch mal auf bis zu fünf Stunden Schlaf. 

Wir probierten in der Zeit viele neue Figuren, experimentierten mit anderen Tools, entwickelten neue Ideen am Tag und stellten in der Nacht wieder fest, dass die Nächte deutlich zu kurz sein werden, wenn wir alle Ideen versuchen umzusetzen. Sechs umgesetzte Ideen zeigen die folgenden Fotos.

Bild 1: „Parkhaus für systemoffene Transportmittel“ 

Die Halle ist bei Dunkelheit rabenschwarz. Die Herausforderung bestand darin, die Halle für das Foto mit unseren Tools auszuleuchten, eher wir uns um das eigentliche Motiv kümmern konnten. Die erste halbe Stunde verbrachten wir also damit, die geeignete Lichtsituation herzustellen. Das heißt, laufen mit der Taschenlampe durch die Halle, dann wieder laufen. Ich glaube, es waren einige hunderte von Metern, die ich mit dem Licht in der Halle zurücklegte, bis das Team „Grünes Licht“ für die Ausleuchtung gab. Schlussendlich kamen wir auf die Idee, einen „Fliegenden Teppich“ als systemoffenes Transportmittel in die Halle zu integrieren. 

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Parkhaus fliegende Teppiche

Wir wollten mit dem Lightpainten nicht die Graffiti an Toren überlagern, also kam uns ein flaches Element recht gelegen, der fliegende Teppich. 

Bild 2: „Zauberer und Hexenmeister“

In einer von einen Künstler selbst erschaffenen Dunkelkammer experimentierten wir tagsüber. Die Holzkiste auf dem Boden mit den Glasplatten darin, fanden wir als Grundlage für unser Motiv optimal. In diesem nicht gut belüfteten Raum verbrachten wir ziemlich viel Zeit, wo sich andere Teilnehmer der Lost-Place-Fotografie widmeten. Irgendwann kam die Idee, das Motiv „Zauberer und Hexenmeister“ zu schaffen. 

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Zauberer und Hexenmeister

Beim Lightpainten mit Glas ist Vorsicht geboten. Gerade deswegen, weil man im Dunkeln die scharfen Kanten nicht sieht. Das Bild kostete mich einige Pflaster, da ich mir einmal gehörig die Hand an einer gesplitterten Glas-Ecke schnitt.

Bild 3: The Heart of „DJ Konrad“

Eine Halle auf dem Gelände war durchzogen von meterlangen Gummiseilen. Eine Schallplatte symbolisiert den Ursprung der Seile. Die Seile enden in unterschiedlichsten Entfernungen. Hier wollten wir nicht viel Licht einsetzen. Wir gaben der Halle etwas Hintergrundbeleuchtung und brachten das Graffito mit einer roten Taschenlampe zum Leuchten. 

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The Heart of „DJ Konrad“

Die Herausforderung bei dem Bild war eigentlich die Kunst die Gummiseile in totaler Dunkelheit wahrzunehmen. Blieb man am Gummiseil hängen, schwang es Ewigkeiten nach. Bis es wieder eine ruhige Position eingenommen hatte, vergingen gefühlt Minuten. Bei einer Langzeitbelichtung mit schwingenden Gummiseilen, wird das Seil unscharf. Und unscharfe Seile wollten wir auf gar keinen Fall auf dem Foto sehen. Und wir blieben einige Male daran hängen, was letztendlich der stressigste Teil bei der Erstellung des Bildes war. 

Bild 4: „Das Nachtschattengewächs“

Das Gelände Heilstätte Grabowsee hat einen kleinen Platz, der nachts von einer einzelnen Lampe beleuchtet ist. Das Leuchtmittel in der Lampe ist eine Multi-Color-LED, die in kurzen Abständen selbständig die Farben ändert. Die Leuchtkraft dieser LED ist gering und somit perfekt für eine Langzeitbelichtung. Die eigentliche Arbeit für das Foto bestand darin, die umliegenden Gebäude und Bäume mit unseren Tools in das Bild zu integrieren. Jonas und Tobias sorgten für die Hintergrundausleuchtung. Ich probierte mich mit dem Tube bei der Erschaffung des Nachtgewächses.

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Das Nachtschatten-Gewächs.

Die Schwierigkeit bei dem Bild waren die Wetterbedingungen in dieser Nacht. Bei Motiven unter freien Himmel sorgten einige Regenschauer auf dem Event zeitweise für Unterbrechungen. Bei der Erstellung dieses Bild hatten wir Glück. Uns blieb eine knappe Stunde Zeit, ohne Regen dieses Bild in die Kamera zu bekommen. 

Bild 5: „Die Karriere-Leiter“

Die Karriere-Leiter besagt ja, dass man hoch hinauf steigen kann aber auch um so schneller fällt. Diesen Spruch fanden wir bei der Treppe ohne Geländer irgendwie passend. Adrenalin verspürte derjenige, der bei absoluter Finsternis die Deko-Lampen zur Ausleuchtung der Treppen bis in das Dachgeschoss verlegen musste. Aber keine Panik, niemand ist bei diesem Bild zu Schaden gekommen. 

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Spuk im Treppenhaus

Durch die Weitwinkel-Perspektive formte sich unser Orb in der linken unteren Ecke zu einer birnenartigen Form. Wir fanden es passend und beließen es dabei. 

Bild 6: „Wächter der Zeit“

Vor langer Zeit fuhr in der Mitte des Treppenhauses ein Fahrstuhl. Heute liegt die Kabine auf dem Boden des Kellers und verrottet mit der Zeit. 

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Wächter der Zeit.

Tiefenwirkung im Bild erzeugt man aus einen ausgewogenen Spiel von Licht und Schatten. Ich bin der Meinung, das ist uns auf dem Bild gut gelungen. 

Fazit: Auch im Jahr 2021 war das Meet-Up-Wochende von ZOLAQ ein gewaltiges Event. Ich konnte neue Kontakte knüpfen, lernte mit neuen Tools zu arbeiten und durfte 72 Stunden ein Hobby nachgehen, das Lightpainten. 



Das Gruppenfoto #LPF2021

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Gruppenfoto #LPF2021

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