Polarlichter gehören zu den faszinierendsten Naturphänomenen der Erde. In den langen Winternächten Nordskandinaviens lassen sich diese tanzenden Lichter besonders gut beobachten. Während meiner Reise im März nach Nordschweden hatte ich das Glück, dieses beeindruckende Schauspiel selbst zu erleben – bei sternenklarem Himmel, eisigen Temperaturen von etwa −28 °C und nahezu windstiller Nacht.
Polarlichter in Nordschweden
Die Aufnahmen entstanden in der Region Kiruna und Jokkmokk, zwei Orte nördlich des Polarkreises, die zu den besten Regionen Europas für die Beobachtung von Polarlichtern zählen. In dieser Gegend ist die Lichtverschmutzung gering, und die langen dunklen Winternächte bieten ideale Bedingungen für dieses Naturschauspiel.
In diesen Nächten war der Himmel vollkommen klar. Unzählige Sterne funkelten über der verschneiten Landschaft, während sich plötzlich die ersten grünen Schleier der Polarlichter über den Himmel zogen. Innerhalb weniger Minuten entwickelten sich daraus dynamische Formen, die sich ständig veränderten.
Fotografieren bei extremen Temperaturen
Die Bedingungen zum Fotografieren waren spektakulär, aber auch herausfordernd. Bei Temperaturen bis zu −28 °C war es schwierig, die Kamera einzustellen. Um die Bedienelemente exakt steuern zu können, musste ich die Handschuhe ausziehen. Schon nach wenigen Sekunden begannen meine Fingerkuppen durch die Kälte zu schmerzen.
Zum Glück war es in den Nächten weitgehend windstill, was die Situation etwas erträglicher machte. Dennoch spürt man bei solchen Temperaturen sehr schnell, wie extrem der Winter im hohen Norden sein kann.
Polarlichter über einer Holzhütte

Ein besonders stimmungsvoller Moment entstand, als sich die Polarlichter über einer kleinen Holzhütte am Rand der verschneiten Landschaft zeigten. Die warme, ruhige Szenerie der Hütte bildet einen starken Kontrast zu den bewegten Lichtstrukturen am Himmel.
Die grünen Schleier wirkten, als würden sie über das Dach der Hütte hinwegziehen. Solche Motive zeigen eindrucksvoll, wie Polarlichter die gesamte Landschaft in eine fast magische Atmosphäre tauchen können.
Blick direkt in den Polarhimmel

Bei einer anderen Aufnahme richtete ich die Kamera direkt nach oben in den Himmel. In diesem Moment waren nur der dunkle Nachthimmel, die Sterne und die Polarlichter zu sehen.
Besonders faszinierend war, wie schnell sich die Formen und Muster veränderten. Innerhalb weniger Sekunden entstanden neue Bögen, Lichtbänder und wirbelnde Strukturen. Auch die Intensität der Farben wechselte ständig – von sanften grünen Schleiern bis zu deutlich leuchtenden Lichtbögen.
Wie Polarlichter entstehen
Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen des Sonnenwinds auf das Magnetfeld der Erde treffen. Diese Teilchen werden entlang der Magnetfeldlinien in Richtung der Polarregionen gelenkt. Dort stoßen sie in der oberen Atmosphäre mit Gasen wie Sauerstoff und Stickstoff zusammen.
Durch diese Zusammenstöße wird Energie freigesetzt, die als Licht sichtbar wird. Die häufigste Farbe ist grün, die durch angeregten Sauerstoff entsteht. Unter bestimmten Bedingungen können auch rote, violette oder bläuliche Polarlichter auftreten.
Ein unvergessliches Naturerlebnis
Für mich war es das erste Mal, Polarlichter zu fotografieren. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Formen, Spuren und Farben am Himmel verändern, ist beeindruckend. Jede Minute sieht der Himmel anders aus, und kein Moment gleicht dem vorherigen.
Die Kombination aus sternenklarem Himmel, tief verschneiter Landschaft und tanzenden Polarlichtern machten die Nächte in Nordschweden zu einem unvergesslichen Erlebnis.