Ankunft in Abisko im tiefen Winter

Schon auf dem Weg nach Abisko wurde deutlich, wie abgelegen diese Region im Norden Schwedens liegt. Die Straßen sind im Winter von hohen Schneemengen umgeben, und die Landschaft wirkt fast endlos. Wälder, Berge und verschneite Ebenen prägen das Bild.
Abisko liegt in der Provinz Norrbottens län in der historischen Landschaft Lappland, etwa 195 Kilometer nördlich des Polarkreises. Der kleine Ort gehört zur Gemeinde Kiruna und liegt auf etwa 385 Metern Höhe am Südufer des großen Sees Torneträsk.
Trotz seiner geringen Größe – nur etwas über hundert Einwohner leben hier – ist Abisko ein international bekannter Ort für Naturtourismus und Polarlichtbeobachtung.
Blick über den Ort während einer Schneeschuhwanderung

Während unseres Aufenthalts hatten wir die Gelegenheit, eine Schneeschuhwanderung in der Umgebung zu unternehmen. Von einem höher gelegenen Punkt bot sich ein schöner Blick über Abisko und die umliegende Winterlandschaft.
Die Region ist geprägt von einer beeindruckenden alpinen Kulisse mit Bergen, Tälern und dem großen Torneträsk-See. Direkt neben dem Ort befindet sich der Nationalpark Abisko, der bereits 1909 gegründet wurde und damit zu den ältesten Nationalparks Schwedens gehört.
Der Nationalpark ist besonders bekannt für seine unberührte Natur und dient als Ausgangspunkt für viele Outdoor-Aktivitäten.
Schneestürme in den Bergen

Während unserer Wanderung konnten wir auch beobachten, wie sich das Wetter in den Bergen schnell verändert. Starke Winde fegten über die Bergklippen und wirbelten den Schnee auf. Über den Gipfeln bildeten sich regelrechte Schneefahnen, die wie ein Schneegestöber über den Bergen wirkten.
Solche Szenen sind typisch für die arktische Berglandschaft rund um Abisko. Die Kombination aus Wind, Schnee und felsigen Gipfeln sorgt für eine besonders dramatische Atmosphäre.
Die markante Berglandschaft von Abisko

Eine der bekanntesten Landschaftsformen in der Region ist das beeindruckende Trogtal Lapporten. Diese markante, fast halbkreisförmige Formation liegt zwischen den Bergen Tjuonatjåkka (1554 m) und Nissuntjårro (1738 m) und gehört zu den bekanntesten Naturmotiven in Lappland.
Auch die Aurora Sky Station auf dem Berg Njullá ist ein berühmter Ort in der Region. Sie liegt etwa 900 Meter über dem Meeresspiegel und gilt als einer der besten Plätze weltweit, um Polarlichter zu beobachten. Besucher gelangen normalerweise mit einem Sessellift hinauf zur Station.
Polarlichter – diesmal leider hinter den Wolken
Abisko ist weltweit bekannt für seine besonders guten Bedingungen zur Beobachtung von Polarlichtern. Ein spezielles Mikroklima sorgt häufig für klaren Himmel, da das Gebiet im Regenschatten der feuchten Atlantikluft liegt.
Leider hatten wir während unseres Aufenthalts weniger Glück. Der Himmel war in den Nächten oft von Wolken bedeckt, sodass die Chancen auf Nordlichter zwar vorhanden waren, wir sie aber nicht sehen konnten.
Besonders schade war das, weil ich gerne Polarlichter über dem Torneträsk-See fotografiert hätte. Die Kombination aus gefrorenem See, Bergen und tanzenden Nordlichtern muss ein unglaubliches Motiv sein.
Weiterreise mit der Bahn nach Narvik
Nach unserer Übernachtung in Abisko ging unsere Reise am nächsten Tag weiter. Von hier aus führt die bekannte Ofotbahn / Erzbahn von Kiruna nach Narvikin Norwegen.
Diese Bahnstrecke gehört zu den spektakulärsten Eisenbahnverbindungen Skandinaviens. Sie wurde ursprünglich gebaut, um Eisenerz aus den Minen von Kiruna zum eisfreien Hafen in Narvik zu transportieren. Heute ist sie auch eine wichtige Verbindung für Reisende, die die arktische Landschaft zwischen Schweden und Norwegen erleben möchten.
Natur, Wissenschaft und samische Geschichte
Abisko ist nicht nur ein Touristenziel, sondern auch ein wichtiger Standort für Forschung. Hier befindet sich die Abisko Scientific Research Station, eine wissenschaftliche Station für Umwelt- und Klimaforschung.
Die Region hat außerdem eine lange Geschichte der Sami-Kultur. Seit Tausenden von Jahren leben Sami in dieser Gegend. Früher folgten sie wilden Rentierherden durch Wälder und Berge, später entwickelte sich daraus die traditionelle Rentierhaltung, die bis heute von samischen Gemeinschaften betrieben wird.
Ein beeindruckender Ort im hohen Norden
Auch wenn wir in Abisko diesmal keine Polarlichter sehen konnten, bleibt der Ort ein faszinierendes Reiseziel im hohen Norden Schwedens. Die Kombination aus verschneiten Bergen, arktischer Natur und der Weite Lapplands macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem.
Die Schneeschuhwanderung durch die winterliche Landschaft und der Blick über den Ort und den Torneträsk-See waren bereits ein Erlebnis für sich. Abisko ist ein Ort, an den man gerne zurückkehrt – vielleicht beim nächsten Mal mit klarem Himmel und tanzenden Polarlichtern über dem See.