Hummeln und andere Bestäuberinsekten

Hummeln, die auch zu den 560 Wildbienenarten gehören, und andere Bestäuberinsekten übernehmen gemeinsam mit der Honigbiene 80 % die Befruchtung des Obst- und Gemüseanbaus. Hummeln werden meist in Obstplantagen und Gewächshäusern eingesetzt, weil sie eine bessere Bestäubungsleistung als die Honigbiene erbringen.

Bedingt durch ihre speziellen Haare unter dem Bauch und den Hinterbeinen können sie mehr Pollen transportieren. Es sieht schon drollig aus, wenn sie schwerfällig taumelnd von Blüte zu Blüte fliegen. In kürzester Zeit fliegen sie mehr Blüten als die Honigbiene an.  Außerdem gehen sie bereits ab 4 Grad Celsius auf Nahrungssuche. Das ist den Bienen noch zu kalt.

Es gibt Sandbienen, Mai-Langhornbienen, Schmuck- und Schenkelbienen, die ihr Nest im Boden haben. Die Garten-Wollbiene, Glockenblume-Scherenbiene, die Gewöhnliche Löcherbiene, Rote Mauerbiene, Blauschwarze Holzbiene lieben Totholz. Andere Wildbienen lieben markhaltige Stängel, wie diese Solitärbiene. Die Stängelnister nagen sich selbst durch markhaltige Stängel, wie z.B. der Brombeere, Sonnenblume, Holunder oder nutzen bereits hohle Stängel von Bambus oder Schilf, die an einem Ende geschlossen sein müssen.  Die Weibchen beginnen nach der Paarung ihre Brutzellen anzulegen. Dazu legen sie ein Ei in den Stängel, füllen diese Zelle mit Pollen sowie Nektar und verschließen diese Zelle. Diese Prozedur führt sie fort, bis sie alle Eier abgelegt hat. Die Larven werden sich dann selbst überlassen. Im Frühjahr verlässt die Solitärbiene in umgekehrter Reihenfolge, also zuerst die, die zuletzt in die Brutzelle und zum Schluss die, die zuerst abgelegt wurde, ihren Nistplatz. Ist schon kurios, wenn sie aus ihrer Kinderstube herausplumpsen und im nächsten Augenblick fliegen können.

Von den Feldwespen, die sich ihr Nest in mein Gewächshaus gebaut haben, stammt dieser kurze Videoclip. Die lassen sich nicht stören, sind friedfertig und stechen nur zu ihrer Verteidigung, wenn sie sich bedroht fühlen. Aber das machen ja alle Wildbienen.

Weitere Bestäuberinsekten sind Schmetterlinge, Fliegen, Ameisen, Käfer, die ebenfalls eine große Rolle als Bestäuber übernehmen. Forschungsergebnisse haben ergeben, dass 25 bis 50 % aller Pflanzen durch Insekten bestäubt werden. Mit ihren unterschiedlichen Techniken, zum Teil mit langem Rüssel kommen sie an die tiefen Kronröhren, um Pollen und Nektar aufzunehmen.

Toll, was die Natur so alles eingerichtet hat. Beobachten wir sie und merken uns: Jedes Insekt und ist es noch so klein, hat seine Daseinsberechtigung und seine ganz spezielle Aufgabe. Bieten wir ihnen Versteckmöglichkeiten, umgedrehte Blumentöpfe, Insektenhotels und nicht ganz aufgeräumte Kleingärten, weil Wildbienen nur zwischen 70 und 300 Metern weit fliegen können. Spezielle Futterpflanzen, wie z.B. die Distel sowie Nestbaumatrialien sollten in unmittelbarer Nachbarschaft sein, nur so finden die Insekten Nistplätze.

Ich wünsche viel Spaß beim Gärtnern.

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