Alte Obstbaumsorten erhalten

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Hallo liebe Hobbygärtner!

„Früher hat das Obst und Gemüse anders geschmeckt, aromatischer mit mehr Geschmack!“ – hörte ich meine Eltern immer sagen. Das ist schon viele Jahre her und ich muss ihnen Recht geben. Jetzt empfinde ich es auch so. Sind wir unseres Geschmacks überdrüssig? Oder ist da etwas Wahres dran? Selbst viele Obstbauern erinnern sich der alten Sorten und fokussieren ihr Augenmerk auf den Erhalt. Vor kurzen habe ich eine Dokumentation über die Veredlung von alten Obstbaumsorten verfolgen können. Ein Obstbauer ist in viele Regionen gefahren, um alte Obstsorten ausfindig zu machen. Jetzt hat er eine riesige Fläche mit veredelten Bäumen von alten Obstsorten bepflanzt.

Ontario

In unserem Garten stehen auch uralte Obstbäume – ein Ontario, ein köstlicher Winterapfel, zählt zur alten Tafelobstsorte des Kulturapfels. Ab Mitte Oktober bis November ist er pflückreif und wird bis zur genussreife kühl gelagert.  Zu Weihnachten kann er gegessen werden. Er eignet sich auch zum Backen.

Dann stehen noch ein Süßkirschen- und ein Pflaumenbaum im Garten. Die Süßkirsche hat dicke pralle Früchte, dunkelrot fasst schwarz und ist süß mit einem leichten bitterlichen Geschmack.

Pflaume

Die Pflaume ist eine alte Bauernpflaumensorte. Eignet sich zum Backen, zum Mus kochen oder zum Einwecken und natürlich auch zum Essen. Ich erwähnte es schon – alte Obstbaumsorten und deshalb alt. Sie stehen ca. 95 Jahre im Garten. Irgendwann werden sie nicht mehr tragen. Es bilden sich schon Baumpilze am Stamm.

Baumpilz

Zugegeben, der Pilz sieht gut aus, ist aber nicht gut für den Baum. Ein Zeichen dafür, dass  der Baum krank ist und nicht mehr lange leben wird.

Wir mussten Handeln.

Baumsetzlinge

Auf der Grünen Woche präsentierte sich die Baumschulen Nauen GmbH. Sie haben sich darauf spezialisiert Bäume mit den Reisern der Kunden zu veredeln. Das war genau das, was wir gesucht haben. Bis Ende Februar hatten wir Zeit Bleistift starke Reiser mit mindestens 5 Augen zu schneiden und zur Veredlung nach Nauen zu schicken. Gesagt – getan.

Baumanzucht

Veredelte Bäume

Nun war es endlich so weit: Die Auftragsveredlung war abgeschlossen! Wir konnten unsere Bäume, einen Pflaumen- und ein Kirschbaum, abholen.

Pflaume_Kirsche

Jetzt sind sie noch klein, aber fein. Die Reiser sind gut angewachsen und in drei bis vier Jahren werden sie ihre ersten Früchte präsentieren. Wir haben einen geeigneten Platz im Garten geschaffen. Die Pflanzgrube sollte doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Die Töpfe werden vor dem Pflanzen noch einmal gut gewässert. Dazu werden sie in einen Eimer mit Wasser gestellt, nicht herunter drücken! Der Topf geht von selbst unter, wenn der Wurzelballen sich voll gesogen hat und keine Bläschen mehr aufsteigen. Der Ballen wird mit einem scharfen Messer an vier Stellen, in alle Himmelsrichtungen, eingeritzt. Die Pflanzerde ist gut gereifter Kompost mit eine kleine Handvoll Hornspäne gemischt. Der Ballen darf nicht tiefer gesetzt werden als er im Topf stand.

Kirschbaum

Noch einmal kräftig angießen, einschlemmen wie der Fachmann sagt. Nun kann der Baum anwachsen, sich an seine neue Umgebung gewöhnen. Bis zur ersten Ernte üben wir uns in Geduld.

Wenn Ihr auch eine alte Sorte erhalten möchtet kann ich es nur empfehlen diese Mühe aufzunehmen. Es sollten 3 – 5 starke Reiser sein. Die Experten wählen entsprechend die Geeignetsten aus. Es lohnt sich.

Pflanzenvielfalt

Die Zeit für einen  Bummel durch die Baumschulen Nauen GmbH sollte sich jeder Besucher nehmen. Es gibt viel zu sehen und zu entdecken.

Sommerflieder

Die Mitarbeiter nehmen sich auch die Zeit hier und da einen fachmännischen Rat zu geben.

Ich wünsche viel Spaß beim Gärtnern.

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