Akkus im GARMIN Oregon® 600 laden

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Wie kann ich meine Akkus im Garmin Oregon® 600 laden?

 

In diesem Beitrag möchte ich zeigen, wie man seine eigenen Akkus im Garmin Oregon ® 600 über die USB-Schnittstelle laden kann.

Als Alternative zu Kompass und Karte benutze ich ein GPS-Handgerät zum Wandern. Damit meine ich nicht ein Smartphone mit einer guten Navigations-App, sondern ein GPS, wie zum Beispiel das Garmin Oregon® 600. Das Oregon® 600 besticht durch die lange Laufzeit der Batterien oder auch durch die Verwendung von Akkus. Nach Angaben des Herstellers ist es wasserdicht nach IP x7. Nach dem IP-Code bedeute die 7: „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“. Mir reicht es, wenn ich es auch bei Regen bedienen kann.

Ich benutze das Oregon® 600 seit ungefähr zwei Jahren. Als Energiespeicher setze ich seit der Erstinbetriebnahme nur Akkus ein. Die Betriebsdauer des Oregon® 600 ist länger und Akkus lassen sich wieder aufladen.

Leider erkennt das Gerät nicht automatisch, ob sich Akkus im Batteriefach befinden. Nach Informationen des Herstellers kann ein NiMH-Akkupack erworben werden, wodurch das Laden im Oregon® dann erst möglich ist. Der Listenpreis des NiMH-Akkupacks liegt nach Herstellerangaben bei 23,99 EUR.

Quelle: https://buy.garmin.com/ NiMH-Akkupack, Arti.Nr. 010-11874-00

Quelle: https://buy.garmin.com/
NiMH-Akkupack, Arti.Nr. 010-11874-00

Auf dem Bild ist zu erkennen, dass die Konstruktion des NiMH-Akkupacks kein Hexenwerk ist. In einem Plastikgestell werden zwei AA-Akkus arretiert. Um das Gestell wird ein Aufkleber herum gewickelt. Auf diesen Aufkleber befinden sich die technischen Daten und weitere wichtige Verbraucherinformationen. Hier hat die Marketing-Abteilung gut in die Trickkiste gegriffen, um den Verbraucher für zwei Akkus mit je 1000 mAh 23,99 EUR abrechnen zu können.
Zum heutigen Stand der Technik, würde sich keiner mehr Akkus mit 1000 mAh vom Typ AA kaufen. Gute AA-Akkus zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis gibt es bereits ab 2300 mAh. In speziellen Fällen benutze ich AA-NiMH-Akkus auch mit 2850 mAh.
Wer also keine 23,99 EUR für einen NiMH-Akkupack ausgeben möchte, der darf auf den folgen Teil des Beitrages gespannt sein. Ich werde zeigen, wie die eigenen AA-Akkus im Oregon ® 600 geladen werden können.
In eigener Sache: Für den Umbau setzte ich ein gewisses Maß an technischen Sachverstand voraus. Weiterhin sollten die Bastelarbeiten von einer Person durchgeführt werden, die mit einem Cutter-Messer und einer Schere umgehen kann. Ich übernehme keine Haftung oder Garantieansprüche. Die Umbauarbeiten werden in eigener Verantwortung durchgeführt.

1. Schritt: Arbeitsvorbereitung

Folgende Materialien werden benötigt:

  • Garmin Oregon ® 600
  • 2 Stück NiMH-Akku, TYP AA (Mignon)
  • 1 Stück Plastikdeckel
  • Cutter-Messer
  • Fine-Liner, wasserfest (Bsp.: FABER CASTELL, Mulitmark 1525 permanent)
  • Lineal
  • kratzfeste Unterlage
Benötigte Materialien für die Herstellung des Hilfsmittels.

Benötigte Materialien für die Herstellung des Hilfsmittels.

Hinweis zum Plastikdeckel:

Schaut euch im Haushalt um! Sicher findet ihr einen Plastikdeckel, den ihr entbehren könnt. Es wäre also nicht sinnvoll, für unsere Umbaumaßnahme extra einen Deckel zu kaufen. Dieser wird zerschnitten. Wofür der Deckel ist, dass zeige ich gleich. Meinen Deckel habe ich von einer Familienpackung Joghurt.

2. Schritt: Technik

Kurz eine technische Erläuterung: Der vom Hersteller angebotene NiMH-Akkupack betätigt durch seine Bauform einen Taster im Gehäuse vom Garmin Oregon ® 600. Diese Taste müssen wir mit einem kleinen Hilfsmittel aktivieren. Schließlich wollen wir unsere eigenen Akkus laden. Aus dem oben genannten Plastikdeckel werden wir unser Hilfsmittel herstellen.

Öffnet den Deckel des Oregon ® 600 und entnehmt die Akkus oder Batterien.

Geöffneter Deckel vom Garmin Orgegon (R) 600

In der Mitte des Batterieschachtes, zwischen dem Slot der Speicherkarte und den zwei Batteriesymbolen, befindet sich der Taster. Dieser Taster wird mit unserem Hilfsmittel aktiviert, um das Laden im Gerät zu ermöglichen.

Batterieschacht vom Garmin Oregon (R) 600

Batterieschacht vom Garmin Oregon (R) 600

Achtung!

Hier ist der technische Sachverstand wichtig! Falls wieder im Oregon ® 600 Batterien verwendet werden, ist das Hilfsmittel für die Zeit des Batteriebetriebes heraus zu nehmen! Entfernt man das Hilfsmittel während des Batteriebetriebes nicht, könnte es zu einer Zerstörung des Gerätes führen, wenn eine externe Spannungsquelle in dieser Zeit angeschlossen wird!

Durch das Drücken des Tasters, erkennt das Oregon ® 600, dass sich Akkus im Gerät befinden und versucht nun diese zu laden. Der Ladeprozess wird automatisch gestartet, sobald eine Spannung an der USB-Schnittstelle anliegt. Batterien aufzuladen, kann zur Zerstörung der Batterien führen! Und klar ist hoffentlich auch, dass auch die unmittelbare Umgebung etwas abbekommt.

3.Schritt: Hilfsmittel herstellen

Aus dem Plastikdeckel wird das Hilfsmittel hergestellt. Bei der Wahl des Plastikdeckels solltet ihr darauf achten, dass dieser nicht zu dünn ist. Mein Plastikdeckel ist etwa 6/10tel dick (0,6 mm). Ich habe es mit einer Schiebelehre ausgemessen. Wer keine Schiebelehre hat, sollte seinem Gefühl vertrauen. Je dünner der Plastikdeckel ist, desto weniger Druck übt der Plastikdeckel auf dem Taster aus.

Plastikdecke zur Herstellung des Hilfsmittels

Plastikdecke zur Herstellung des Hilfsmittels

Durch den Herstellungsprozess ist in der Mitte des Deckels eine kleine runde Erhebung entstanden. Diese Erhebung nutze ich, um den Druck auf den Taster im Batteriefach zu erhöhen.

Zeichnet um diese Erhebung des Plastikdeckels ein Viereck mit den ungefähren Maßen 15 x 22 mm.

Erstelltes Viereck auf dem Plastikdeckel

Erstelltes Viereck auf dem Plastikdeckel

 

Schneidet das Viereck mit dem Cutter-Messer aus.

Viereck mit dem Cutter-Messer ausgeschnitten.

Viereck mit dem Cutter-Messer ausgeschnitten.

 

Die Kanten unseres Hilfsmittels können mit der kleinen Schere abgerundet werden. Um den Taster im Oregon ® 600 zu aktivieren, sind abgerundete Ecken am Hilfsmittel sicherlich nicht notwendig. Jedoch möchte ich vermeiden, dass das Hilfsmittel im Gehäuse oder an den Akkus mögliche Kratzer hinterlässt.

Kratzer durch spitze Kanten vermeiden!

Kratzer durch spitze Kanten vermeiden!

4.Schritt: Hilfsmittel einsetzen

Nachdem das Hilfsmittel mit handwerklichem Können aus dem Plastikdeckel hergestellt wurde, setze ich es in das Batteriefach ein. Es ist darauf zu achten, dass die runde Erhebung im Zentrum des Hilfsmittels nach unten zeigt und direkt auf dem Taster liegt.

Hilfsmittel in das Batteriefach eingesetzt.

Hilfsmittel in das Batteriefach eingesetzt.

Bei dem Einsetzen des ersten Akkus ist darauf zu achten, dass sich das Hilfsmittel nicht verschiebt. Sollte es sich dennoch verschieben, ist das Hilfsmittel wie oben beschrieben wieder auszurichten.

Erster Akku in das Batteriefach eingesetzt.

Erster Akku in das Batteriefach eingesetzt.

Sind beide Akkus eingesetzt, ist die Rückseite vom Oregon ® 600 zu schließen.

Batteriefach verschließen.

Batteriefach verschließen.

5. Schritt Inbetriebnahme und Test

Das Oregon ® 600 ist einzuschalten und dessen Funktion zu testen. Ein USB-Kabel ist an das Oregon ® 600 anzuschließen, um es durch einer externen Spannungsquelle mit Energie zu versorgen. Werden die Akkus im Oregon ® 600 geladen, ist es oben rechts im Menü durch ein animiertes Batteriesymbol zu erkennen.

Den Vorführeffekt möchte hier ich nicht vorenthalten. Siehe Foto:

Betrieb mit externer Spannungsversorgung.

Betrieb mit externer Spannungsversorgung.

Statt einem Batteriesymbol ist ein Stecker zu erkennen. Das heißt eigentlich nur, dass das Oregon ® 600 mit einer externen Spannungsquelle betrieben wird. Ein Aufladen der Akkus, weswegen der Umbau stattgefunden hat, erfolgt jedoch nicht.

Das Problem ist simpel. Entweder war das Hilfsmittel zu dünn und übt nicht genügend Druck auf den Taster im Batteriefach aus oder es ist beim Einlegen der Akkus verrutscht.

In meinem Fall war es die falsche Position des Hilfsmittels im Batteriefach.

Ich öffnete die Rückseite des Oregon ® 600 und entfernte die Akkus. Nach dem erneuten Ausrichten des Hilfsmittels funktionierte auch die Ladung der Akkus im Oregon ® 600. Läuft. 🙂

Akkus werden im Oregon (R) 600 geladen.

Akkus werden im Oregon (R) 600 geladen.

Schaltet man das Oregon ® 600 aus, erscheint jetzt eine kleine Animation, die auf das Laden der Akkus hinweist.

Oregon(R) 600 auseschaltet. Akkus werden geladen.

Oregon(R) 600 auseschaltet. Akkus werden geladen.

Der Ladeprozess ist beendet, wenn die Animation stehen bleibt. Zu erkennen ist ein Batteriesymbol, wie es im Bild unten zu sehen ist.

Oregon(R) 600 ausgeschaltet. Akkus sind vollständig geladen.

Oregon(R) 600 ausgeschaltet. Akkus sind vollständig geladen.

Hier noch einmal der Hinweis:

Werden Batterien im Oregon® 600 verwendet ist das Hilfsmittel für den Taster zu entfernen! In der Brieftasche findet das Hilfsmittel einen unverlierbaren Platz, als temporäre Lagerung.


Nach dem Umbau lädt es nicht!

Das Hilfsmittel ist eingesetzt. Das Garmin ist an der externen Stromversorgung angeschlossen. Trotzdem laden die eingesetzten Akkus nicht. Woran kann es liegen? Da hilft nur noch Fehlerdiagnose!

Die externe Stromversorgung prüfen!

Auf alles wurde geachtet nur auf die Stromversorgung nicht? Wie hoch ist die Leistung der externen Stromversorgung? Sind es 2 Watt (W), 2,5 W oder sogar mehr als 5 W?

Das Fehlerbild:

Im Hauptmenü (im Bild unten links) wird statt des Symbols für den Akkuladezustand ein grüner Stecker angezeigt. Wird der Garmin Oregon® ausgeschaltet, zeigt sich das Akkusymbol mit dem Blitz. Jedoch die Ladeanimation der vier grünen Balken erscheinen nicht. Hier im Bild rechts dargestellt.

links: Hauptbemenü mit Steckersymbol. rechts: Garmin ausgeschaltet ohne Ladeanimation.

Ursache:

Unbedingt die Leistung der externen Stromversorgung prüfen! Die Stromaufnahme bei eingeschaltetem Garmin ® mit voller Beleuchtung und ladenden Akkus betrug bei uns ca. 400 mA. Schaltet man das Garmin ® aus, verringerte sich der Strom auf etwa 300 mA.

Maßnahme:

Der Garmin ® ist an eine leistungsstarke USB-Stromversorgung anzuschließen. Grundsätzlich empfehlen wir eine Stromversorgung, welche mind. 1 A liefern kann, also 5 W.

USB-Anschlüsse können am PC nach Angaben der Herstelle bis zu 500 mA liefern. Vertrauen würden wir darauf nicht.

 

2 Kommentare

  1. Dein Vorwurf an Garmin sie würden 1.000 mAh für viel Geld verkaufen ist nicht korrekt.
    Wenn du dir die Beschriftung mal genau an siehst wird dir auffallen, dass dort 2,4V – 2.400mAh steht.
    Es ist also die Ausgangsspannung der beiden Mignons angegeben, die in Reihe geschaltet sind, somit wird klar, dass zwei Mignons mit je 1,2V und 2.400mAh verbaut sind was absolut dem Stand der Technik entspricht.

    Dennoch ist es natürlich korrekt, dass man entsprechende Mignons günstiger kaufen kann und sich daher die von dir dargelegte Veränderung lohnen kann.

    • Rein rechnerisch ergebt sich die Kapazität je Akku von rund 1900 mAh. Wenn wir voraussetzen, dass eine Energie von 4,5 Wh vorhanden ist.
      Du hast im Beitrag einen Fehler entdeckt. Danke für den Hinweis!

      Garmin verkauft heute noch den Akkupack (2 Akkus AA) für 23,99 EUR. Es gibt Angebote von vier Akkus mit je einer Kapazität von 1900 mAh für insgesamt 10 EUR. Also könnte man acht Akkus kaufen und es bleibt immer noch ein Anteil von 23,99 EUR übrig.

      Meiner Meinung nach übertreibt man mit den Betrag des Akkupacks im Hause Garmin etwas. Aus meiner Sicht wäre ein angemessener Preis um die 9 bis 10 EUR.

      Das im Beitrag gebaute Plastik-Hilfsmittel ist unabhängig vom eingesetzten Akku-Pärchen. Falls also ein Akku seine maximale Ladezyklen erreicht, tauscht man es einfach gegen einen neuen Akku aus. Das Plastik-Hilfsmittel verrichtet auch weiterhin gute Dienste im Garmin.

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