Mitten in den Wäldern der schwedischen Region Värmland liegt ein außergewöhnlicher Ort: der Autofriedhof Bastnäs. Zwischen Bäumen, Moos und Farnen stehen hier hunderte alte Fahrzeuge aus vergangenen Jahrzehnten. Viele sind inzwischen vollständig von der Natur überwuchert. Gerade im Sommer entsteht dadurch eine ganz besondere Atmosphäre – ein Ort, an dem Technik langsam wieder Teil der Landschaft wird.
Ein versteckter Ort im Wald von Värmland
Der Autofriedhof Bastnäs liegt nahe der kleinen Ortschaft Bastnäs in der Gemeinde Årjäng, nur wenige Kilometer von der norwegischen Grenze entfernt. Tief im Wald verborgen findet man hier eines der bekanntesten sogenannten „Bilskrotar“ – alte Autofriedhöfe, die es früher häufiger in Schweden gab.
Heute gilt Bastnäs als einer der größten und bekanntesten seiner Art in Europa. Zwischen den Bäumen stehen noch immer mehrere hundert Fahrzeuge, die größtenteils aus den 1940er‑, 1950er‑ und 1960er‑Jahren stammen.
Viele der Autos sind inzwischen stark verrostet. Fensterscheiben fehlen, Reifen sind längst zerfallen, und Pflanzen wachsen durch Motorraum, Innenraum und Karosserie.
Die Geschichte des Autofriedhofs
Der Ursprung des Autofriedhofs reicht bis in die 1950er‑Jahre zurück. Damals betrieb der Unternehmer Rune Nilsson in Bastnäs einen Autoverwertungsplatz. Alte Fahrzeuge wurden hier zerlegt, und brauchbare Ersatzteile wurden weiterverkauft.
Zu dieser Zeit war das eine ganz normale Praxis. Fahrzeuge, die nicht mehr fahrtüchtig waren, wurden oft einfach auf solchen Plätzen gesammelt. Besonders in abgelegenen Regionen wie Värmland war das wirtschaftlich sinnvoll.
Im Laufe der Jahre sammelten sich immer mehr Autos an. Als der Betrieb schließlich eingestellt wurde, blieb ein großer Teil der Fahrzeuge einfach stehen.
Wenn die Natur sich alles zurückholt
Heute wirkt Bastnäs fast wie eine Freiluftausstellung der Natur. Besonders im Sommer zeigt sich dieser Kontrast sehr deutlich.
Zwischen den alten Fahrzeugen wachsen:
- Moose
- Farne
- kleine Birken und andere Bäume
- dichtes Waldgras
Viele Autos sind bereits teilweise im Boden versunken. Andere wirken wie von Pflanzen umarmt. Motorhauben sind mit Moos bedeckt, während Äste durch offene Fenster wachsen.
Dieser natürliche Zerfall macht den Ort so besonders. Statt aufgeräumter Oldtimer sieht man hier die Spuren der Zeit.
Fotografieren zwischen Rost und Wald
Gerade für Fotografen ist Bastnäs ein faszinierender Ort. Die Kombination aus rostigem Metall, verwitterten Lacken und grüner Vegetation schafft eine einzigartige Bildstimmung.
Im Sommer ist das Licht im Wald besonders interessant. Sonnenstrahlen fallen durch die Baumkronen und erzeugen starke Kontraste zwischen Licht und Schatten. Dadurch wirken viele der Fahrzeuge fast wie Kunstobjekte in einer natürlichen Galerie.
Auch Details sind spannend:
- alte Kühlergrills
- verrostete Embleme
- überwucherte Innenräume
- zerbrochene Armaturen
Jedes Auto erzählt ein Stück Geschichte.
Ein Ort voller Atmosphäre
Was den Autofriedhof Bastnäs so besonders macht, ist die Mischung aus Geschichte, Natur und Vergänglichkeit. Die Fahrzeuge stehen hier seit Jahrzehnten und verändern sich langsam mit jeder Jahreszeit.
Im Sommer wirkt der Ort fast ruhig und friedlich. Das Rascheln der Blätter, Vogelstimmen und das Summen von Insekten ersetzen die Geräusche von Motoren und Straßenverkehr.
Gerade diese Ruhe macht den Besuch so eindrucksvoll.
Ein ungewöhnliches Reiseziel in Schweden
Der Autofriedhof Bastnäs ist kein klassisches Touristenziel, sondern eher ein Geheimtipp für Fotografen, Lost‑Place‑Fans und Oldtimer‑Liebhaber.
Wer sich für ungewöhnliche Orte interessiert, findet hier eine faszinierende Mischung aus Technikgeschichte und Natur. Besonders im Sommer, wenn alles grün ist und die Fahrzeuge langsam im Wald verschwinden, zeigt Bastnäs seinen ganz eigenen Charakter.
Es ist ein Ort, an dem man spürt, wie schnell die Zeit vergeht – und wie geduldig die Natur ist.